BMW Hauptversammlung 2013 - Die Zusammenfassung

17. Mai 2013 - BMW

Die BMW Group stellt mit umfangreichen Aufwendungen für neue Technologien und Modelle sowie Investitionen in das Produktionsnetzwerk die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. „Wir bereiten damit den nächsten Wachstumsschritt vor und stärken die Zukunftsfähigkeit der BMW Group. Wer die Mobilität von morgen bestimmen will, der muss heute in Vorleistung gehen“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Norbert Reithofer, am Dienstag auf der Hauptversammlung in München.

Die BMW Group wird weiter in bestehende wie auch neue Standorte investieren: Beispielsweise in den geplanten neuen Werksstandort in Brasilien, wo bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Jahr gefertigt werden sollen. Der Produktionsbeginn wird für 2014 angestrebt, die Investitionen in Brasilien werden sich in den kommenden Jahren dort auf über 200 Mio. € belaufen. Insgesamt umfasste das Produktionsnetzwerk der BMW Group im vergangenen Jahr insgesamt 29 Standorte in 14 Ländern.

Die Entwicklungskosten für neue Technologien und Fahrzeugkonzepte werden 2013 ebenfalls steigen. Die BMW Group wird 2013 allein elf neue Modelle an den Start bringen. Bis Ende 2014 wird die Modellpalette um insgesamt 25 neue Modelle erweitert, zehn davon ohne Vorgänger.

Mit Blick auf die weltweite Absatzentwicklung wird das Unternehmen seine Strategie fortsetzen, eine zu große Abhängigkeit von einem Markt oder einer Region zu vermeiden: „Wir setzen weiter auf eine ausgewogene Absatzverteilung in den drei Weltregionen Europa – Amerika – Asien“, betonte Reithofer. Im vergangenen Jahr entfielen auf die USA 18,9% des Gesamtabsatzes, auf China 17,7% und auf Deutschland 15,6%.

2013 steht bei der BMW Group im Zeichen der Elektromobilität

Das laufende Jahr steht bei der BMW Group ganz im Zeichen der Elektromobilität. Mit dem BMW i3, der für emissionsfreies Fahren in urbanen Ballungsräumen konzipiert ist und Ende des Jahres auf den Markt kommen wird, untermauert die BMW Group ihre Rolle als Innovationsführer im Premiumsegment.

„Noch in diesem Jahr läuten wir die Revolution in unserer Branche ein. BMW i gibt der Mobilität von morgen ein Gesicht. Die Zukunft gehört denen, die zupacken und etwas wagen. Die Notwendigkeit, neue Wege zu gehen, lässt sich nicht aussitzen – gerade wenn das Umfeld sich ändert“, unterstrich Reithofer auf der Hauptversammlung. „Die Kunden warten auf ein überzeugendes Angebot. Wir bieten es ihnen“, fügte Reithofer hinzu.

Der BMW i3 verfügt über eine Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) und ein Chassis aus Aluminium und setzt beim Thema Leichtbau neue Maßstäbe. So wird das Fahrzeug 250 bis 350 Kilogramm leichter sein als ein herkömmliches Fahrzeug mit Elektromotor.


BMW Group bestätigt Ziele für Gesamtjahr 2013
Die BMW Group hält nach dem Rekordjahr 2012 in einem weiterhin volatilen und schwierigen wirtschaftlichen Umfeld an ihren anspruchsvollen Zielen für das Gesamtjahr fest. „Beim Absatz auf Group-Ebene streben wir einen neuen Bestwert an. Das Konzernergebnis vor Steuern soll in der Größenordnung des Vorjahres liegen“, bekräftigte Reithofer.

Im Segment Automobile geht die BMW Group im Gesamtjahr 2013 trotz der genannten Belastungen unverändert von einer EBIT-Marge im Korridor von 8% bis 10% aus. Das Unternehmen beabsichtigt, über das Jahr 2013 hinaus und damit nachhaltig eine EBIT-Marge von 8% bis 10% zu erreichen. Die Bandbreite kann dabei in Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukünftig auch über- oder unterschritten werden.

Im Segment Motorräder rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr dank attraktiver neuer Modelle wie der R 1200 GS erneut mit einem Absatzzuwachs. Dies dürfte zu einem steigenden Umsatz und Ergebnis im Segment führen.

Auch im Segment Finanzdienstleistungen wird weiterhin mit einer positiven Geschäftsentwicklung gerechnet und unverändert eine Eigenkapitalrendite (Return on Equity) von mindestens 18% angestrebt. Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr setzen voraus, dass sich die weltweiten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verändern werden.

Gelungener Start im ersten Quartal 2013

Die BMW Group ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal 2013 belief sich der Umsatz auf 17.546 (Vj.: 18.293/-4,1%) Mio. €. Trotz hoher Aufwendungen für Zukunftstechnologien, gestiegener Personalkosten sowie des weltweit herausfordernden Marktumfelds erreichte das Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) mit 2.039 (Vj.: 2.134/-4,5%) Mio. € den zweithöchsten Wert, den das Unternehmen jemals in einem Auftaktquartal erzielt hat. Die EBIT-Marge im Konzern beläuft sich auf 11,6%. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug im Zeitraum Januar bis März 2013 2.003 (Vj.: 2.080/-3,7%) Mio. €. Der Konzernüberschuss belief sich auf 1.312 (Vj.: 1.352/-3,0%) Mio. €. Die weltweiten Auslieferungen stiegen in den ersten drei Monaten um 5,3% auf 448.200 (Vj.: 425.528) Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce.

2012 bestes Jahr in der Unternehmensgeschichte
Mit neuen Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Konzernergebnis war das abgelaufene Geschäftsjahr das bislang beste in der Geschichte des Unternehmens.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 11,7% auf die neue Bestmarke von 76.848 (Vj.: 68.821) Mio. €. Trotz hoher Aufwendungen für Zukunftstechnologien und gestiegener Personalkosten erreichte auch das Ergebnis neue Spitzenwerte. Das Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) erhöhte sich um 3,5% auf 8.300 (Vj.: 8.018) Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 7.819 (Vj.: 7.383) Mio. €, ein Plus von 5,9%. Der Konzernüberschuss stieg um 4,4% auf 5.122 (Vj.: 4.907) Mio. €.

Die weltweiten Auslieferungen stiegen 2012 um 10,6% auf einen neuen Höchstwert von 1.845.186 (Vj.: 1.668.982) Fahrzeugen der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Damit hat die BMW Group ihre Position als weltweit führender Hersteller von Premiumautomobilen behauptet.

Die Investitionen stiegen angesichts zahlreicher neuer Modelle, der Erweiterung von Fertigungsanlagen in den Werken sowie insbesondere des Aufbaus der BMW i Produktion im abgelaufenen Geschäftsjahr um 41,9% auf 5.240 (3.692) Mio. Euro deutlich an. Die Investitionsquote stieg auf 6,8 (Vj.: 5,4)%. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung legten insbesondere für Projekte zur Zukunftssicherung um 17,2% auf 3.952 (Vj.: 3.373) Mio. Euro zu. Die F&E-Quote beläuft sich damit auf 5,1 (Vj.: 4,9)%.


Dividende soll auf 2,50 € je Stammaktie steigen
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 14. Mai 2013 vor, die Dividende auf die neue Bestmarke von 2,50 (Vj.: 2,30) € je Stammaktie und 2,52 (Vj.: 2,32) € je Vorzugsaktie anzuheben. Damit steigt die Ausschüttungssumme auf 1.640 (Vj.: 1.508) Mio. Euro. Die Ausschüttungsquote beläuft sich auf 32,0 (Vj.: 30,7)%.

Die festangestellten Mitarbeiter werden ebenfalls angemessen am Unternehmenserfolg beteiligt. Sie erhalten eine Erfolgsbeteiligung, die in Deutschland zu den höchsten im Branchen- und Industrievergleich zählt.

Segment Automobile: EBIT steigt 2012 auf 7,62 Mrd. Euro

Die Marken BMW, MINI und Rolls-Royce konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr jeweils neue Höchstwerte erzielen. Angesichts des deutlichen Anstiegs der Fahrzeugauslieferungen stieg der Umsatz im Segment Automobile um 11,0% auf 70.208 (Vj.: 63.229) Mio. €. Das EBIT erhöhte sich auf 7.624 (Vj.: 7.477/2,0%) Mio. €. Die EBIT-Marge beläuft sich damit auf 10,9%. Das Ergebnis vor Steuern betrug 7.195 (Vj.: 6.823/5,5%) Mio. €.

Der Free Cashflow im Segment Automobile liegt bei 3.809 Mio. Euro und damit 643 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres. Damit hat das Unternehmen sein Ziel für das Gesamtjahr erreicht, einen Free Cashflow von über drei Mrd. Euro zu erzielen.

Der Absatz der Marke BMW stieg um 11,6% auf 1.540.085 (Vj.: 1.380.384) Fahrzeuge und lag damit erstmals in einem Geschäftsjahr über 1,5 Mio. Einheiten. MINI konnte 2012 beim Absatz erstmals die Marke von 300.000 Automobilen übertreffen. Die Verkäufe stiegen um 5,8% auf 301.526 ( Vj.: 285.060) Fahrzeuge. Rolls-Roycewar 2012 der klare Marktführer im absoluten Luxusklasse-Segment. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 3.575 (Vj.: 3.538/1,0%) Automobile abgesetzt werden.

Segment Motorrad erzielt ebenfalls neue Bestwerte beim Absatz
Weltweit wurden im vergangenen Jahr in einem herausfordernden Marktumfeld 117.109 (Vj.: 113.572/3,1%) Motorräder der Marken BMW und Husqvarna ausgeliefert. Dies ist ein neuer Höchstwert.

Die Marke BMW konnte ihren Absatz um 2,0% auf 106.358 (Vj.: 104.286) Einheiten steigern. Husqvarna lieferte 10.751 Motorräder aus
(Vj.: 9.286/15,8%). Die BMW Group wird sich zukünftig im Motorradgeschäft ausschließlich auf die Marke BMW konzentrieren und hat deshalb Ende Januar 2013 einen Vertrag über den Verkauf von Husqvarna an die österreichische Pierer Industrie AG unterzeichnet.

Der Segmentumsatz erhöhte sich um 3,8% auf 1.490 (Vj.: 1.436) Mio. €. Das EBIT lag angesichts der Neuausrichtung des Motorradgeschäfts mit 9
(Vj.: 45/-80,0%) Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern ging entsprechend auf 6 (Vj.: 41/-85,4%) Mio. € zurück.

Segment Finanzdienstleistungen weiterhin auf Wachstumskurs

Das Segment Finanzdienstleistungen hat seine positive Geschäftsentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr fortgesetzt. Der Umsatz legte um 11,7% auf 19.550 (Vj.: 17.510) Mio. € zu. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 1.561 (Vj.: 1.790/-12,8%) Mio. €. Der Rückgang des Segmentergebnisses ist auf die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres zurückzuführen. Damals fiel ein positiver Sondereffekt von 439 Mio. Euro aus der Verringerung von Restwert- und Kreditausfallrisiken an. Im Geschäftsjahr 2012 ist ein Sondereffekt in Höhe von 124 Mio. Euro aus dem Beendigungsgeschäft mit Leasingfahrzeugen enthalten.

Die Zahl der Neuverträge im Finanzierungs- und Leasinggeschäft stieg weltweit um 12,1% auf 1.341.296. Die Anzahl der betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge mit Händlern und Endkunden erhöhte sich um 7,1% auf insgesamt 3.846.364.

Zahl der Mitarbeiter um 5,6% gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2012 gestiegen. Insgesamt waren weltweit 105.876 (Vj.: 100.306) Mitarbeiter bei der BMW Group beschäftigt, was einem Plus von 5,6% entspricht. Das Unternehmen braucht Ingenieure und Fachkräfte, um die anhaltend hohe Fahrzeugnachfrage bedienen und Innovationen und Zukunftstechnologien vorantreiben zu können.

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2012 starteten 1.376 junge Menschen ihr Berufsleben bei der BMW Group, davon 1.200 in Deutschland. Damit wurde die Anzahl der Ausbildungsplätze deutschlandweit um über 10% erhöht. Insgesamt lag die Zahl der Auszubildenden Ende 2012 bei 4.266.