Priaulx und Farfus siegen beim Heimspiel in Oschersleben

6. September 2009 - BMW

Augusto Farfus (BR) hat sich mit seinem Sieg beim BMW Heimspiel in Oschersleben (DE) in der Fahrerwertung der FIA World Touring Car Championship auf Platz zwei verbessert. Der Pilot vom BMW Team Germany überquerte im 18. Saisonrennen als Erster die Ziellinie, dahinter kamen BMW Team UK Fahrer Andy Priaulx (GB) und Gabriele Tarquini (IT/SEAT) auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel. Für Farfus war es der vierte Sieg in diesem Jahr und der 13. in seiner WTCC-Karriere.

Zuvor hatte Priaulx das erste Rennen in der „Motorsport Arena Oschersleben“ für sich entschieden. Der dreimalige Weltmeister gewann vom 14. Startplatz vor Tarquini sowie dessen Teamkollegen Rickard Rydell (SE) und erreichte mit 18 Punkten sein bisher bestes Resultat in dieser Saison. Priaulx ist der erste Pilot in der Geschichte der Tourenwagen-WM seit 2005, der von einem Startplatz außerhalb der Top-Ten noch zum Sieg fahren konnte. Im zweiten Lauf des Tages konnten sich auch Farfus’ Teamkollege Jörg Müller (DE) und Sergio Hernández (ES) vom BMW Team Italy-Spain über WM-Zähler freuen. Müller zeigte vom 23. Startplatz eine sensationelle Aufholjagd und kam als Vierter ins Ziel. Hernández überquerte als Fünfter die Linie, nachdem er im ersten Rennen wegen einer nachträglichen Strafe gegen Nicola Larini (IT/Chevrolet) als Achter gewertet wurde.

Farfus hat nun 90 Punkte auf seinem Konto und liegt nur einen Zähler hinter Tarquini, dem neuen Spitzenreiter in der Fahrer-WM. Der amtierende Weltmeister Yvan Muller (FR/SEAT) folgt mit 84 Punkten auf Platz drei. In der Herstellerwertung rangiert BMW mit 234 Punkten weiter auf dem zweiten Platz. Der Rückstand auf SEAT beträgt allerdings auch in dieser Meisterschaft nur noch einen Zähler.

Wie befürchtet erwies sich die erste Schikane beim Start von Lauf eins als Nadelöhr, in dem das Rennen für mehrere Piloten schon früh eine negative Wendung nahm. Unter ihnen waren Lokalmatador Müller und BMW Team Italy-Spain Fahrer Alessandro Zanardi (IT). Während Müller seinen BMW 320si WTCC nach einer Kollision mit gebrochenem Radträger und beschädigtem Kühler abstellen musste, konnte Zanardi das Rennen im Anschluss an einen Stopp zumindest als 17. beenden.

Priaulx überstand das Getümmel nach einem fantastischen Start vom 14. Platz unbeschadet und lag am Ende der ersten Runde bereits auf Rang fünf. In den folgenden Umläufen arbeitete sich der Engländer mit sehenswerten Überholmanövern weiter nach vorn, und übernahm schließlich in der sechsten Runde die Führung von Tarquini, die er bis ins Ziel verteidigte. Priaulxs Vorsprung auf den Italiener betrug nach 14 Runden 3,939 Sekunden.

Farfus fiel hingegen am Start vom achten auf den 13. Rang zurück, machte aber genauso wie sein Markenkollege Priaulx im Rennverlauf Boden gut. In der Schlussrunde rückte der 26-Jährige schließlich auf den sechsten Platz vor. Nach der Bestrafung Larinis wurde er schließlich als Fünfter gewertet und gewann so vier WM-Zähler. Hernández kam als Achter in die Wertung.

In Rennen zwei sorgten die BMW Fahrer für Überholmanöver im Überfluss. Farfus blieb am Start zunächst auf Rang drei, ging jedoch bereits in der zweiten Runde an Wiechers-Pilot Stefano D’Aste (IT/BMW) vorbei und holte sich zwei Umläufe später die Führung von Engstler. Priaulx machte vom achten Platz schon am Start mehrere Positionen gut und ging in Runde fünf ebenfalls an Engstler vorbei. Farfus und Priaulx blieben das gesamte Rennen eng beieinander, ehe der Brasilianer mit 0,644 Sekunden Vorsprung die Zielflagge sah. Hernández kämpfte sich im Verlauf der 14 Runden vom neunten auf den fünften Platz nach vorn, während Zanardi bereits kurz nach dem Start ausschied.

Eine spektakuläre Aufholjagd gelang Müller: Vom 23. Platz ins Rennen gegangen pflügte er ähnlich wie Priaulx in Rennen eins durch das Feld. In der sechsten Runde fuhr er erstmals in den Top-8 – und es ging für den 40-Jährigen im Klassement noch weiter nach oben. In der elften Runde überholte er auch Hernández und beendete den 18. Lauf damit als Vierter.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:
„Nach einem schwierigen Qualifying haben wir heute einen aus unserer Sicht nahezu perfekten Rennsonntag gesehen. Mit zwei Siegen befinden wir uns mitten im Titelkampf. Auch Jörgs Fahrt im zweiten Rennen vom 23. auf den vierten Platz war sehr beeindruckend. Aus den vergangenen Jahren wussten wir zwar, dass die Streckencharakteristik von Oschersleben fast perfekt zu unserem Fahrzeug passt. Aber es ist dennoch keine Selbstverständlichkeit, sich in diesem hart umkämpften Feld durchzusetzen.“

Augusto Farfus (BMW Team Germany):
„Dieser Sieg ist ein fantastisches nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Wir wussten, dass uns diese Strecke entgegenkommen würde. Allerdings hat es das schwierige Qualifying für uns komplizierter gemacht als erhofft. Umso glücklicher bin ich, dass ich hier trotzdem zum dritten Mal hintereinander gewonnen habe. Nach dem ersten Rennen war mein Auto ganz schön ramponiert. Aber das Team hat toll gearbeitet, so dass ich in Lauf zwei wieder voll angreifen konnte.“

Andy Priaulx (BMW Team UK):
„Es ist eine ganze Weile her, dass ich ganz oben dem Treppchen stehen durfte. In vielen Rennen hat es seit Pau 2008 ganz knapp nicht gereicht. Nun fühlt es sich toll an, wieder gewonnen zu haben. In der ersten Kurve galt es, nicht in Panik zu verfallen und sie unbeschadet zu überstehen. Das war bei mir der Fall. Anschließend habe ich mich Schritt für Schritt vorgearbeitet. Unser Auto war einfach klasse. Mir geht es in diesem Jahr nur noch darum, möglichst viele Siege einzufahren, da ich nur noch theoretische WM-Chancen habe. Der Erfolg hier war ein schöner Anfang.“

Jörg Müller (BMW Team Germany):
„Nach dem Pech im ersten Rennen habe ich im zweiten Lauf wie ein Löwe gekämpft und dabei sehr viel Spaß gehabt. Mit dem vierten Platz bin ich zufrieden, obwohl ohne den Zwischenfall in der ersten Kurve von Rennen eins ganz sicher mehr drin gewesen wäre.“

Alessandro Zanardi (BMW Team Italy-Spain):
„Nach einem sehr guten Start wurde ich in der ersten Kurve herumgedreht. Ich kann aber niemandem einen Vorwurf machen, so ist der Motorsport nun mal. Mit null Punkten nach Hause zu fahren, ist natürlich eine Enttäuschung. Aber nun freue ich mich auf mein Heimspiel in Imola und hoffe, dort besser abzuschneiden als hier.“

Sergio Hernández (BMW Team Italy-Spain):
„Mein Ziel vor dem Wochenende war es, einige Punkte mitzunehmen, und genau das habe ich geschafft. Außerdem habe ich bei meiner Fahrt hinter Jörg ein paar interessante Dinge gelernt. Insofern kann ich mit dem Wochenende zufrieden sein.“